Diese Woche waren wir beim Test Tribe Meetup in Berlin, zu Gast bei SumUp. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren vor Ort, überwiegend Testerinnen, Tester und Menschen aus der Testautomatisierung. Genau die Runde also, in der man über konkrete Werkzeuge und tatsächliche Projekterfahrungen spricht statt über Folienarchitektur.
Den Auftakt machte Usama Hameed mit einem Vortrag über Visual Regression Testing und KI im medizinischen Kontext, unter anderem bei der Tumorerkennung. Das war für uns der spannendste Teil des Abends, weniger wegen der einzelnen Techniken als wegen der Kombination: klassische Testautomatisierung mit Selenium und TestNG, pixelgenauer Screenshot-Vergleich über AShot, dazu ein DICOM-Viewer und eine KI-gestützte Befundungsplattform, alles containerisiert orchestriert.
Visual Regression gilt vielen als Nice-to-have für Frontend-Teams. In einem Umfeld, in dem ein falsch gerendertes Bild eine Fehldiagnose begünstigen kann, wird daraus eine handfeste Qualitätsanforderung. Genau diese Verschiebung, vom kosmetischen Check zum sicherheitsrelevanten Testfall, macht regulierte Branchen für uns so interessant.
Im zweiten Vortrag beschrieb Smita Mehta unter dem Titel "Shift Fast, Test Smart" den Umgang mit KI, hier Gemini, im Umfeld einer Full-Stack-Automatisierung mit Playwright. Der Beitrag blieb konzeptionell und kam ohne Demo aus. Er eignete sich damit gut für alle, die bisher wenig Berührung mit KI-gestützter Testerstellung hatten. Wer selbst schon Automatisierungsstrecken mit LLM-Unterstützung aufgebaut hat, kannte vieles davon.
Bemerkenswert fanden wir vor allem, wie selbstverständlich generative KI inzwischen in der Werkzeugkette auftaucht. Vor zwei Jahren war das ein Sonderthema, heute ist es der Normalfall in fast jedem Meetup-Programm.
Nach den Vorträgen gab es Pizza und genug Zeit für Gespräche. Formate wie der Test Tribe leben genau davon: kein Vertriebsevent, sondern ein Ort, an dem sich Menschen austauschen, die dieselben Probleme aus unterschiedlichen Richtungen angehen. Für uns als Dienstleister ist das weniger eine Bühne als eine Gelegenheit zuzuhören.
Wir nehmen aus dem Abend vor allem mit, dass die Community rund um Testautomatisierung in Deutschland lebendiger ist, als es die Konferenzlandschaft manchmal vermuten lässt.
Formate wie dieses halten wir für ausgesprochen unterstützenswert. Sie leben vom Engagement einzelner Organisatorinnen und Organisatoren und von Unternehmen, die ihre Räume öffnen. Wir kommen gerne wieder.
Im November sind wir selbst an der Reihe: Am 5. November 2026 richten wir gemeinsam mit der German Testing Community die German Testing Night in unseren Berliner Räumen in der Leunaer Straße 7 aus. Los geht es ab 17 Uhr, mit Vorträgen aus der Praxis und viel Zeit zum Netzwerken. Die Teilnahme ist kostenfrei, die Plätze sind allerdings begrenzt.
Alle Details und die Anmeldung finden Sie unter germantesting.de
Melden Sie sich gerne.