Testautomatisierung für mobiles Bezahlsystem im Fernverkehr
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3 Min. Lesezeit
Kevin Steffens
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Donnerstag, 27.8.2026
Eisenbahnverkehrsunternehmen / Mobility
Ein Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) entwickelt gemeinsam mit mehreren IT-Dienstleistern eine zentrale Plattform für die Verarbeitung und Bereitstellung von Fahrgastinformationen. Das Projekt befindet sich in der Umsetzung, der Go-live steht noch aus.
Voneinander abhängige Systeme, mehrere beteiligte Organisationen und Übergaben von Lieferobjekten zwischen IT-Dienstleistern. Über eine Folge von Releases hinweg müssen Testaktivitäten, Verantwortlichkeiten, Befunde und Freigaben koordiniert werden.
Entwicklungsbegleitendes Testmanagement: Teststrategie, Testkonzepte und Testpläne, Koordination von System-, Integrations-, Regressions-, Abnahme- und Fehlernachtests, Defect-Management, Reporting und Freigabeempfehlungen.
Transparenz über Testfortschritt, offene Risiken und Fehlerstatus. Koordinierte Releasevorbereitung und eine belastbare Grundlage für die Go-live-Entscheidung.
Fahrgastinformationen müssen aus verschiedenen Quellen zuverlässig verarbeitet, aktualisiert und für weitere Systeme und Anwendungen bereitgestellt werden. Genau dafür entsteht bei einem Eisenbahnverkehrsunternehmen eine zentrale Plattform.
Fahrgastinformationssysteme: Daten zuverlässig verarbeiten und bereitstellen
Die Datenkette reicht von Zug- und Betriebsdaten über Eingangsschnittstellen, Validierung und APIs bis zur zentralen Plattform. Von dort führt sie weiter über Verwaltung und Freigabe bis zur Ausspielung auf Bahnhofsanzeigen und in digitalen Kanälen.
Fehler können an jeder Station dieser Kette entstehen: unvollständige Quelldaten, fehlerhafte Schnittstellen, falsche Datenzuordnungen, manuelle Eingaben, unklare Freigaben oder verzögerte Synchronisation. Angezeigt werden dann widersprüchliche, veraltete oder falsche Angaben zu Abfahrten, Gleisen, Verspätungen und Verbindungen. Für Fahrgäste bedeutet das verpasste Anschlüsse, unnötige Wartezeiten und eingeschränkte Planungssicherheit, besonders bei kurzfristigen Änderungen und Umstiegen. Treten solche Abweichungen wiederholt auf, beeinträchtigen sie das Vertrauen in die offiziellen Informationskanäle.
Ein Teil dieser Fehler entsteht nicht technisch, sondern bei der Verwaltung der Informationen. Falsch gepflegte Daten, fehlerhafte Gültigkeitszeiträume oder nicht korrekt freigegebene Änderungen wirken sich unmittelbar auf die Ausgabe aus, vor allem wenn sie nicht vollständig über alle angebundenen Systeme und Ausgabekanäle synchronisiert werden. Eine falsche Gleisangabe ist dafür ein typisches Beispiel.
Die Plattform steht dabei nicht isoliert: An der Umsetzung sind mehrere IT-Dienstleister, ein Entwicklungsteam sowie technische und fachliche Ansprechpartner beteiligt. Die Qualitätssicherung betrachtet deshalb alle Stationen der Datenkette: die fachliche Verarbeitung der Informationen, die technischen Schnittstellen, die administrativen Prozesse mit Berechtigungen und Freigaben sowie die Übergaben zwischen den beteiligten Organisationen. Ziel ist, Fehler früh zu erkennen, sie über den Projektverlauf hinweg nachzuverfolgen und die Zuverlässigkeit der Fahrgastinformationen zu stärken.
TestSolutions wurde frühzeitig in die entwicklungsbegleitende Qualitätssicherung eingebunden. Das Testmanagement umfasst die Planung und Steuerung der Testaktivitäten über alle Releases bis zum Go-live hinweg.
Die Testaktivitäten werden gemeinsam von zwei Testteams der beteiligten IT-Dienstleister, dem Entwicklungsteam und dem Testteam von TestSolutions durchgeführt und koordiniert.
Die Qualitätssicherung umfasst Systemtests, Integrationstests, Regressionstests, Abnahmetests und Fehlernachtests. Für die im Scope enthaltenen Features wird eine Abdeckung von mindestens 95 Prozent erreicht. Der Umfang der Testfälle liegt im vierstelligen Bereich.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Defect-Management. Tickets im dreistelligen Bereich werden erfasst, analysiert, priorisiert und nachverfolgt.
Ein typischer Fehlernachtest durchläuft dabei mehrere Stationen. Das Testteam dokumentiert den Befund in Jira, priorisiert ihn und benennt die verantwortliche Stelle, je nach Zuständigkeit das Entwicklungsteam oder einen der beteiligten IT-Dienstleister. Nach der Behebung wird der korrigierte Stand in die Testumgebung geliefert. Dort prüft das Testteam den Fehler erneut und schließt das Ticket bei erfolgreichem Retest oder gibt es mit ergänzenden Angaben zurück. Bei fachlichen Rückfragen werden die Ansprechpartner des EVU eingebunden, damit ein Befund nicht nur technisch, sondern auch fachlich bewertet wird. Betrifft eine Korrektur mehrere Systeme, wird der Retest mit dem folgenden Regressionstest verbunden.
Die Ergebnisse werden qualitätskonform dokumentiert und regelmäßig an Projektleitung und Stakeholder berichtet. Ergänzend prüft TestSolutions die finalen Testberichte und erstellt Freigabeempfehlungen.
Der Schwerpunkt liegt in diesem Projektabschnitt bewusst auf dem manuellen Testen und einer engmaschigen Teststeuerung. Bei einer dichten Releasefolge in einem straff getakteten Zeitplan und wechselnden Lieferständen mehrerer Dienstleister liefert die manuelle Prüfung schneller verwertbare Aussagen als der Aufbau einer Automatisierungsstrecke, die sich erst über mehrere Releases hinweg rechnet. Automatisierung ist damit vor allem eine Frage des richtigen Zeitpunkts: Sie wird dort interessant, wo sich Testfälle über den Go-live hinaus stabil wiederholen.
Zum Einsatz kommen Jira, Xray und Confluence. Im Projektumfeld werden je nach Projektbereich sowohl Scrum als auch das Wasserfallmodell verwendet.
Bis zum geplanten Go-live stehen die verbleibenden Release- und Testaktivitäten, die Fehlernachtests sowie die abschließende Bewertung der Qualitätsrisiken im Mittelpunkt.
Nach dem Go-live ergänzen wir diesen Beitrag um die erreichten Ergebnisse: den Abschluss der Testaktivitäten sowie konkrete Verbesserungen im Betrieb und in der Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen.
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